Hallo, Hallo,

Ich habe in letzter Zeit einige Vektorgrafiken, basierend auf meinen Zeichnungen, erstellt und da das Thema im moment so präsent ist bei mir, dachte ich, ich mache gleich mal ein Tutorial dazu. Also los geht’s.

1. Vorbereitung

Ich beginne meistens mit einer analogen Zeichnung. Diese muss nicht perfekt sein, da man im Photoshop und Illustrator mehr als genug Möglichkeiten hat, die Zeichnung zu verbessern und zu verändern. Da macht es auch nix wenn der Kopf viel zu groß für den restlichen Körper ist.

 

Astronaut

Ich möchte heute aus dem Mädchen rechts (mit besagt großem Kopf) eine Astronautin machen.

Vektorgrafik in Illustrator_Astronaut01

Nach dem Scannen öffne ich Illustrator, gebe bei den Einstellungen A4 Hochformat an und lade dann den Scann. Sodass man gleich mit dem Vektorisieren beginnen kann.

2. Vektoriesieren

Zuerst fahre ich mit dem Pfadwerkzeug ( P ) die Außenkontur nach. Man kann natürlich auch gleich alles, also Anzug, Stiefel, Haare … als einzelne Objekte anlegen aber da ich einige Details erst noch ergänzen werde, behandle ich die Vektorgrafk erst einmal wie eine ganz normale analoge Zeichnung.

Vektorgrafik in Illustrator_Astronaut02

Wenn du zum Pinselwerkzeug wechselst, um so, wie ich bei ihrem Fuß, noch einige Ergänzungen zu machen, entsteht ein zweiter Pfad. Wenn du nun die beiden zueinander gerichtet Endpunkte (Ankerpunkte) auswählst, kannst du sie mit CMD J zu einem Pfad verbinden.

Basic RGB

Meistens zeichne ich die Konturen genau von der Vorlage ab und ich lasse auch die verdeckten Stellen nicht weg. Das ist für die spätere Arbeit ganz gut, da Illustrator am liebsten geschlossene Pfade hat.  So kannst du (wenn nötig) das gesamte Bein noch in seiner Position verändern ohne nachträglich die Teile, die jetzt überdeckt sind, ergänzen zu müssen.

3. Füllen und VerläufeBasic RGB

Als nächste markiere ich den kompletten Körper und ziehe ihn etwas größer um ein bessere Verhältnis zwischen Kopf und Körper herzustellen.
Als nächsten kommen die Details. Jipi!!!! Sie sind  nämlich das Wichtigste an jedem Bild. Das heißt: ein Held, Handschuhe, Stiefel, eine Plakette und so weiter. Diese Details habe ich auch direkt in Illustrator eingezeichnet und kann auch später, nach belieben, noch weitere hinzufügen. Zugegeben mein Anzug entspricht nicht dem genauen Nasavorbild aber darum geht es ja auch nicht.

Basic RGB

 

 

Wenn die Konturen stehen, geht es an die Kolorierung, das Beste von allem. Ich finde es so schön zu sehen, wie eine Zeichnung immer mehr Charakter, Kontur und Details annimmt.
Nun dupliziere ich die Konturebene. Wie ich vorhin schon sagte ist es ratsam bei Illustrator geschlossene Pfade zu erzeugen. Leider ist das auf der Konturebene nicht immer der Fall. Darum verbinde ich offene Pfade über CMD J und schaffe so einzele Objekte wie Anzug, Stiefel oder Gesicht. Wenn alle Teile geschlossene Flächen sind,  fülle ich sie mit einer Farbe. Hierbei arbeite ich mich von großen zu kleinen Fläschen vor. Am einfachsten füllst du Flächen über Füllen, wähle dazu dein Objekt aus und klicke dann auf die Flächefüllen Option in der Werkzeugleiste.
Auch immer wieder schön ist das Verlaufswerkzeug (G). Nachdem du ein Objekt mit einem Verlauf gefüllt hast, kannst du den Richtung und die Farbe des Verlaufes entweder durch G oder durch die Optionen im Verlaufsfenster anpassen.
Wenn du G drückst, erscheint eine Skala mit integrierten Pfeilen. Diese Pfeile kannst du auch benutzen um den Verlauf zu variieren und bei Doppelklick auf sie, hast du die Möglichkeit auch die Farbe zu ändern.

4. Schatten und Licht

Licht und Schatten ist ein super spannendes, sehr komplexes Thema.
Wenn ich eine Figur schattiere überlege ich mir immer zu beginn wo die schattigen und die hellen Stellen liegen sollen. Oft sind meine Figuren zum Licht gewandt, sodass sich der Schatten am Rücken, Hinterkopf und an der Rückseite der Beine befindet. Die Lichter erscheinen dann natürlich auf der Gegenüberliegenden Seite.

Basic RGB

Tipp:
Es kommt oft vor, dass zwei Schatten aneinander Grenzen, um diese Schatten differenzieren zu können, gibt es Lichtkanten. Das heißt das zwischen den beiden Schatten eine leichte Lichtline gesetzt wird. Diese Lichtkante kannst du auch in der Natur beobachten.

Basic RGB

5. das Gesicht

Das Beste habe ich mir für den Schluß aufgehoben – das Gesicht. Das Gesicht ist das spannendste an jeder Figur, es erklärt sie und es hilft dem Betrachter die Figur einzuschätzen.
Das Gesicht ist also super :) und es verdient besondere Aufmerksamkeit.

Zu beginnt zeichne ich die Konturen der Augen, Nase und Lippen mit den Pinselwerkzeug (B) oder mit Pfadwerkzeug (F) nach.

Basic RGB

Es geht ziemlich schnell die Konturen nachzuziehen, danach wird aber etwas anspruchsvoller. Denn es geht wieder um Licht und Schatten. Ich setze die Schatten so, dass sie zur Schattierung des Anzugs passt. Genau wie auch die Lichter. Zum Einzeichnen verwende ich einen Pinsel oder das Pfadwerkzeug.

Basic RGB

 

Zuerst setze ich wieder die Schatten, die dunkelsten Schatten sitzen an der Nase und am Kinn. Danach folgen am Nasenrücken, Augen und Wangenknochen etwas hellere Schatten. Bei den Wangenknochen habe ich wieder einen Verlauf verwendet. Damit der Schatten nicht so hart wirkt, lasse ich die Deckkraft von 100% zu 0% laufen. Die Farbe passt sich natürlich den Gesichtsregionen an und je dunkler die Schatten sind, umso tiefer sitzen sie im Gesicht.

Nun kommen die Lichter, sie sitzen im Normalfall an den höchsten Stellen im Gesicht, also der Stirn, der Nasenspitze, über den Wangenknochen und am Kinn. Auch hier gilt wieder, dass die Helligkeit abhängig der Gesichtsregion ist.

Tipp:
Ich suche mir auch oft Vorlagen in Form von Fotografien an, auf denen die Lichtverhältnisse zu meinem Bild passen.

6. Das Auge

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Um das Auge aufregend und charakteristisch zu gestalten, benutze ich meistens Lichtreflexe und Kontraste. Aber zuerst ziehe ich mit dem Ellipsenwerkzeug eine Ellipse und passe diese mit den Auswahlwerkzeug (A) nachträglich dem Auge an. Wenn die Form mir gefällt, versehe ich sie mit einem Verlauf, der von hell zu dunkel führt.

Als nächste füge ich noch einen Schatten und einen Lichteffekt am oberen Teil der Iris ein. Ich verbinde den Schatten im Auge immer mit der Iris, so wirkt der Blick nicht so starr. Den Lichteffekt setzte ich dann noch auf überlagern dann strahlt er besonders;)

7. Haare

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Um die Haare zu gestalten, blende ich wieder meine Skizze ein und stelle bei Transparenz Multiplizieren ein. So kann ich ganz leicht die einzelnen Haarstränen nachziehen (2).
Im nächstens Schritt erstelle ich aus der Haarebene eine Schnittmaske mit CMD 8. Dann setze ich diese Pfadebene an oberste Stelle und markiere alle Ebenen, die sich innerhalb der Haarebene befinden sollen und drücke CMD 7. So sind  sie  alle innerhalb der Pfadgrenzen eingeschlossen. Wie genau du mit Schnittmasken arbeiten kannst erfährst du hier. Anschließend füge ich wieder Schatten (3) und Lichter (4) hinzu.

8.Der Helm

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Zum Schluss kommt noch der Helm, den ohne Helm wäre es um All ziemlich ungemütlich.

Der Helm besteht ja eigentlich nur aus einem Kreis, diesen habe ich auf Multiplizieren gestellt und die Transparenz auf 60% gesetzt. Den Großteil des Helms umschließt wieder eine Lichtkante, diese nutze ich um das transparente Glas zu symbolisieren. Auf die Rück- und Vorderseite setze eine Reflexion  und einen Schatten an die Oberseite. Beide, Licht und Schatten, bestehen aus Verläufen, deren Transparenzen sich verringern.

Zusammenfassung ;)

Astronaut

So nun ist meine Astronautin fertig, ich hoffe dieses Tutorial kann euch bei euren eigenen Vektorgrafiken weiterhelfen.

RK

Written by Rebecca

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